Der Löwe ist los ...

In der Augsburger Puppenkiste

Am Mittwoch, den 11. März 2020 war es soweit:
Mein erster Ausflug in 2020 findet statt. Meine liebe Nachbarin, ihre Tochter sowie ihre Freundin sind mit mir zu meinem ersten Ausflug nach Augsburg gestartet.

 

Los ging es um 9:15 Uhr.
Der Tag war leicht bewölkt und die Sonne hat uns auf dem Weg dorthin begleitet. Es war wenig los auf der Autobahn, so dass wir schon beizeiten gegen 10:30 Uhr da waren.

Das Parkhaus in der City Galerie haben wir leicht gefunden. Aus dem Parkhaus heraus ging es erst einmal hinein in die Shopping-Meile. Sie ist in etwa so groß wie das OEZ in München und auch so aufgebaut. Es gibt überwiegend die gleichen Ketten und nur wenige individuell geführte Läden. Die Toiletten waren leicht zu finden und in der Zwischenzeit habe ich die Dame an der Information gefragt, wie wir am einfachsten zur Augsburger Puppenkiste kommen. Mit der Handy-App war das auch gar nicht schwierig und so sind wir langsam in Richtung Spitalgasse 15 geschlendert. Unterwegs liefen wir durch eine schöne verkehrsberuhigte Zone mit netten Läden und der ein oder anderen schönen Kirche.

Die heben wir uns für später auf, denn wir brauchen ja noch eine zusätzliche Eintrittskarte und die wollen wir uns erst mal sichern, bevor es losgeht zum Stadtbummel, der übrigens gar nicht eingeplant war.

Die Spitalgasse war gerade Baustelle, der Belag wurde erneuert. So sind wir über einen provisorischen Steg durch die schöne Tür in das Theater gegangen. Eine 4. Karte war überhaupt kein Problem und so sind wir anschließend wieder nach draußen und haben einen schönen Rundgang durch das Viertel gemacht.

Sehr gut geholfen hat mir dabei der kleine Stadtplan von Augsburg, den ich von der Messe F.RE.E. mitgenommen hatte. Die nette Dame dort hat mir alles Wichtige eingekreist, was wir uns anschauen sollten.

So sind wir 1x um die Kirche St. Ulrich herum und natürlich auch hinein. Wundervoll, prächtig, riesig, mit einer Gruft ausgestattet. Wir haben Kerzen für unsere Hinterbliebenen angezündet. Und dann haben wir uns noch das Nebengebäude angeschaut. Was wir nämlich nicht wussten ist, dass St. Ulrich zum einen katholisch und zum anderen evangelisch ist. Deutlich erkennbar an den Unterschieden in der Größe und Ausstattung der verschiedenen Trakte. So haben wir wieder etwas gelernt 😊

Jetzt haben wir aber Hunger und so sind wir in das Café am Milchberg gegangen. Es ist ein Ort für gelebte Inklusion, denn es wird von Behinderten betrieben. Wunderbar. Wir haben Marillenknödel mit Apfelmus gegessen. Sabine aufgrund ihrer Lebensmittelunverträglichkeiten nur Pommes ohne Salz. Lecker 😋

Danach gab es noch einen Kaffee und Espresso und wir haben geratscht, geratscht, geratscht … herrlich!
Das Café kann ich jederzeit wieder empfehlen, denn es sitzt sich gut, ist angenehm von der Stimmung, fast nur Frauen drin und die Preise sind mehr wie zivil!!! 4,80€ für ein Mittagsgericht, da kann niemand meckern!! Außerdem lecker und alles frisch zubereitet. Was will man/frau mehr??? Wegen dem vielen Ratschen haben wir auch die ein oder andere Abzweigung vorher schon verpasst, so dass wir 1-2 Mal wieder einen kurzen Weg zurücklaufen mussten. Witzig!

Nach dem ausgiebigen Mittagessen sind wir noch in die andere Kirche. Aber leider hat Corona schon seine Schatten ausgeworfen und so war der Innenteil der Kirche leider durch ein hohes Gitter verschlossen. 
Wir sind dann wieder in die Spitalgasse eingebogen und in die Augsburger Puppenkiste gegangen, denn nun stand der Besuch des Puppenmuseums an. Das ging schon mal gut los, nachdem wir die Jacken unten abgegeben hatten. Wir waren ziemlich die einzigen und so hat uns der nette ältere Herr zur 1. Station geführt. Eine interaktive Wand, bei der der Besucher auch etwas tun musste. Nämlich die Uhr am großen Zeiger eine Stunde weiter stellen. Dann wurde die Zeitmaschine angeworfen und wir haben alles über die Anfänge bis zur heutigen Zeit über die Augsburger Puppenkiste sowie seinem Gründer und den nachfolgenden Generationen gelernt.

Nach und nach gesellten sich weitere Zuschauer dazu und als wir dann die 12 Stationen durch hatten, haben wir Platz für die nächsten gemacht.

Das Puppenmuseum hat alle Protagonisten der verschiedenen Serien der Augsburger Puppenkiste ausgestellt. Es waren viele verschiedene Szenarien: mal mit Südseezauber, mal eine Schnitzstube, mal die Polizisten, Urmeli, die Blechmänner, schräge orientalische Räuber in wundervollen Kostümen … Auch einen kleinen Kaufladen gab es. Wir waren alle wieder jung und so haben wir uns auch gefühlt: guck mal hier, ohhh, guck mal da … es war sehr lustig.

Am lustigsten war gleich der Anfang: In der Schnitzstube hingen nämlich an einem langen Zwirn verschiedene Köpfe unserer Politiker. Wir haben natürlich angefangen zu raten, wer wer ist. Das war gar nicht so einfach, denn die Köpfe waren ja schon etwas älter und so mancher Politiker ist eben auch älter geworden, hihi. Wir haben fast alle geschafft bis auf einen. Da haben wir unseren freundlichen Herrn vom Eingang wieder gefragt. Er wusste es allerdings auch nicht so genau und hat gesagt, er will mal nachlesen. Ich habe gegrübelt und gegrübelt und gedacht, die Augen, die kennst du doch und dann viel es mir ein: Wolfgang Schäuble ist das. Als ich das so halblaut vor mich hin gesagt hatte, haben alle anderen zugestimmt. Mittlerweile hatte sich eine kleine Gruppe um uns gesellt, die natürlich auch alle mit geraten haben. Das macht echt Spaß!

Nachdem wir alles angesehen hatten, sind wir langsam nach unten. Es war noch etwa eine halbe Stunde Zeit, bis die Vorstellung begann und weil es so furchtbar warm war in der Halle, sind wir noch einmal nach draußen, um uns die Beine zu vertreten. Es war ja sonnig und 17° Grad warm. So sind wir zum Roten Turm gelaufen, der ja direkt "ums Eck" war, haben uns die Freilichtbühne, den Park und die Wehrmauern angesehen und das kleine Brückchen über den Bach sowie die Wassertürme, die für die Versorgung der Stadt Augsburg wichtig waren und heute zum UNESCO-Kulturerbe gehören. Der Park war schon übersäht mit den ersten Krokussen in lila und Gelb. Nur die Blätter an den Bäumen haben noch gefehlt. Im Sommer ist es bestimmt sehr schön.

Nun ging es in das Theater. Unsere Plätze waren im letzten Drittel und wider Erwarten waren doch noch ein paar Plätze frei. Von klein bis groß, von ganz jung bis ganz alt war alles vertreten. Eltern mit Kindern, Großeltern mit Kindern, Paare, Einzelpersonen, einfach alles war vertreten.

Die Fenster verdunkelten sich und das Licht ging aus. Die Puppenkiste ging auf und jetzt hieß es: Vorhang auf für das kleine Gespenst.

Eine wunderbare Geschichte über ein kleines Gespenst, das so gerne einmal ein Taggespenst sein wollte und dann auch wurde und dadurch 3 Freunde fürs Leben fand mit denen es allerhand Abenteuer bestehen sollte, so dass wir oft herrlich lachen durften.

Am Ende hat aber das Heimweh nach der Nacht gesiegt und nach dem Turm und nach dem Uhu, mit dem sich das kleine Gespenst während der Geisterstunde unterhalten konnte. Die 3 Kinder haben dem kleinen Gespenst geholfen, wieder zurück zu kommen und es noch einmal besucht. Dann war die Geschichte aus.

Wir sind gegen halb 6 Uhr aus dem Theater wieder nach draußen, in den hellen Sonnenschein gegangen. Gut gelaunt und sehr zufrieden und noch ganz beseelt von den Eindrücken.

Beim nächsten Mal müssen wir unbedingt weiter vorne sitzen, denn die Puppenkiste war doch etwas schlecht zu sehen von ganz hinten. Dafür war die Akustik super und die Sprecher haben sehr gut gesprochen.

Die Heimreise war ebenfalls wieder sehr locker, ohne Staus und gegen 19:00 Uhr sind wir auch wohlbehalten wieder in Freising angekommen.

Schee wars, das haben alle gesagt und das wollen wir bei Gelegenheit einmal wiederholen.